Das Donautal zwischen Straubing und Vilshofen ist
eine über viele Jahrhunderte vom Menschen geprägte Kulturlandschaft. Der rund
70 km lange Donauabschnitt zwischen Straubing und Vilshofen weist die
verkehrlich schwierigsten Bedingungen der gesamten rund 3.500 km langen
Rhein-Main-Donau Wasserstraße zwischen Nordsee und Schwarzem Meer auf. Hier
liegt ein strategischer Engpass für die gesamte Rhein-Main-Donau Wasserstrasse.
Häufig wechselnde Wasserführung in dieser Strecke macht den Transport auf der
Donau nicht kalkulierbar. Umweltrelevante Verkehrsverlagerung auf den
Verkehrsträger Schiff und ökonomische Entwicklung von Industrie, Handel und
Logistik-Dienstleistung werden dadurch nicht ausgeschöpft.
Mit der Erweiterung der EU hat die Donau als
europäischer Verbindungs- und Transportweg stark an Bedeutung gewonnen. Der
weitere wirtschaftliche Aufschwung der östlichen Anliegerstaaten lässt eine
Zunahme der Güterströme erwarten. Bei der Bewältigung des steigenden
Güterverkehrs insbesondere mit den süd-osteuropäischen EU-Beitrittsländern kann
die Donau einen wichtigen und die Umwelt entlastenden Beitrag leisten. Als
einzige Wasserstraßen-Verbindung bildet die Donau einen eigenen
Verkehrskorridor – den Pan-Europäischen Korridor VII des Transeuropäischen
Verkehrsnetzes. Außerdem ist sie für einige der EU-Beitrittsländer der bereits
funktionierende Verkehrsweg in einem noch weiter zu entwickelnden
Verkehrsinfrastrukturnetz.
Die Main-Donau-Wasserstraße wurde in den letzten
Jahrzehnten mit Ausnahme der Strecke Straubing – Vilshofen auf eine Abladetiefe
von mind. 2,50 m ausgebaut. Der Donauabschnitt Straubing – Vilshofen erreicht
nur eine Abladetiefe von ca. 1,60 m bei Niedrigwasser (derzeitiger
Ist-Zustand). Zusätzlich beeinträchtigen geringe Fahrrinnenbreite, enge
Kurvenradien und ein stärkeres Gefälle unterhalb der Isarmündung die
Leistungsfähigkeit dieser Bundeswasserstraße. Die Notwendigkeit, die
Schifffahrtsverhältnisse in diesem Abschnitt zu verbessern, ist unbestritten:
Das wird auch u.a. durch die Tatsache belegt, dass der Donauabschnitt Straubing
– Vilshofen durch das Europäische Parlament und den Rat in die Liste der
vorrangigen Vorhaben, mit denen vor 2010 begonnen werden soll, aufgenommen
wurde.
Weiteres Ausbauziel: Hochwasserschutz für die Bevölkerung
Neben der
Verbesserung der Schifffahrtsverhältnisse dient das Vorhaben Donauausbau
vordringlich auch der Verbesserung des bestehenden Hochwasserschutzes.
Ergebnis des Raumordnungsverfahrens zum Donauausbau: C/C2,80
Zur Prüfung,
ob das Vorhaben mit den Erfordernissen der Raumordnung vereinbar ist, wurde im
Dezember 2003 von der Regierung von Niederbayern das Raumordnungsverfahren
eingeleitet.
Das
Raumordnungsverfahren wurde am 08. März 2006 abgeschlossen. In ihrer
landesplanerischen Beurteilung kommt die Regierung von Niederbayern zu dem
Ergebnis, dass nur die Variante C/C2,80, d. h. ein Ausbau in
Kombination mit flussregelnden Maßnahmen mit einer Staustufe bei Aicha, unter
Berücksichtigung von Maßgaben landesplanerisch positiv beurteilt werden kann.
C/C2,80 – Eine Kompromissvariante aus flussbaulichen und
staugestützten Maßnahmen
In
der nachfolgenden Bewertung sind die drei geprüften Varianten im Hinblick auf
Ökonomie und Ökologie nebeneinandergestellt.

Die für die
Schifffahrt beste Variante D2 erfüllt die ökologischen Aspekte
nicht, die Variante A fällt bei ökonomischen Aspekten klar durch. Die Variante
C/C2,80 erfüllt beide Anforderungen, weil es sich um eine Kompromissvariante aus flussbaulichen
und Stauhaltungs-Maßnahmen handelt.
Fazit:
Mit der
Variante C/C2,80 ist unter Einbeziehung der festgelegten Maßgaben
eine Lösung möglich, die den ökologischen wie ökonomischen Anforderungen
gerecht wird. Die Variante C/C2,80 trägt den auch den steigenden
verkehrlichen Anforderungen Rechnung: C/C2,80
·
ermöglicht der Schifffahrt an 290 Tagen im Jahr die notwendige
Abladetiefe von 2,50 m (Vergleich mit Variante A: nur 185 Tagen im Jahr),
·
schafft 0,70 m mehr Abladetiefe im Vergleich zur realisierten
flussbaulichen Variante A (Variante A erreicht nur 0,20 m Zuwachs vom aktuellen
Ist-Zustand auf 1,80 m bei Niedrigwasser),
·
kann eine Schiffstransportkapazität bis zu 18,94 Mio. Tonnen pro Jahr
ermöglichen (Vergleich mit Variante A nur 9,7 Mio. Tonnen, Ist-Zustand ca. 8,0
Mio. Tonnen),
·
entschärft unfallträchtige Engstellen, reduziert die Zahl der
Schiffshavarien und erhöht die Navigabilität für die Schifffahrt,
·
fördert die Verlagerung von Verkehren auf den – z.B. gemessen an
Primärenergiebedarf, CO2-Emission je Tonnenkilometer - umweltfreundlichen
Verkehrsträger Schiff (ein Großgüter-Motorschiff ersetzt 69 LKWs), wohingegen
Variante A auf Basis der Verkehrsprognosen zum Verkehrszuwachs auf der Straße
beitragen würde,
·
ermöglicht damit eine bessere Einbindung der Binnenschifffahrt in
moderne Logistikketten in der sich entlang der Donau erweiternden Europäischen
Union und
·
die Eingriffe in die Natur sind bei Variante C/C2,80 in
vollem Umfang ausgleichbar.