Pressemeldung Nürnberg, Donnerstag, 25.November 2010
Empörung bei EU-Koordinatorin Karla Peijs -
Ausbaugegner spielen beim Donauausbau mit gezinkten Karten
„Mit seiner Pressemeldung vom 19. Oktober 2010 hat der Bund Naturschutz in Bayern e.V. die Forderung nach Transparenz und vollständiger Information beim Donauausbauverfahren Straubing-Vilshofen ad absurdum geführt!“, so der Vorsitzende des Deutschen Wasserstrassen- und Schiffahrtsvereins (DWSV), Dr. Roland Fleck.
In dieser Pressemeldung wird u.a. kritisiert, dass die RMD Wasserstraßen GmbH – als die für die Untersuchungen beauftragte Gesellschaft – ein massives wirtschaftliches Interesse für einen staugestützten Donauausbau habe, und daher diese Untersuchungen nicht durchführen sollte. Dieses wurde auch in einem Schreiben an die Europäische Koordinatorin für die Binnenschifffahrt, Frau Karla Peijs, als angeblicher Interessenkonflikt von den Ausbaugegnern moniert.
In diesem Zusammenhang wird aus einem Antwortschreiben von EU-Koordinatorin Karla Peijs an Dr. Anton Huber, Vorsitzender des Bürgerforums Umwelt e.V. und Mitglied der Monitoring-Gruppe, zitiert, dass sie „zugesichert habe, die Angelegenheit mit Hilfe des deutschen und des bayerischen Verkehrsministeriums genauer zu untersuchen.“
Offenbar wurde aus diesem Antwortschreiben von der EU-Koordinatorin Karla Peijs – es liegt dem DWSV vor – nur eine kurze Passage verwendet, der Rest aber, weil offensichtlich als nicht passend empfunden, schlicht weggelassen, denn sonst wäre die Verwunderung der EU-Koordinatorin über dieses Ansinnen des Bürgerforums deutlich geworden.
In einem neuen Schreiben an Herrn Dr. Huber vom 29. Oktober 2010 zeigt sich die EU-Koordinatorin enttäuscht über die Teilveröffentlichung ihres vorangegangenen Schreibens und über die damit deutlich gewordene Verfälschung des Sinns. Der Hinweis von Karla Peijs, für die Begrenzung des dadurch entstandenen Schadens zu sorgen, blieb offensichtlich bisher ohne Wirkung.
Der DWSV schätzt die EU-Koordinatorin für ihre ausgewogene Beurteilung der Sachlage für beide Seiten und fordert: Schluss mit diesem falschen Spiel! Information und Transparenz sind wichtig und richtig – insbesondere bei einem so brisanten und komplexen Thema wie dem Donauausbau Straubing-Vilshofen. An vollständiger, sachlicher und nachvollziehbarer Information sollten alle Beteiligten gleichermaßen interessiert sein – Gegner wie Befürworter. Den Forderungen der Ausbaugegner wurde so weitgehend wie nie zuvor Rechnung getragen. Allerdings müssen in diesem schwierigen Prozess Fairness und die Einhaltung von Regeln und Vereinbarungen nicht nur für die Befürworter gelten, sondern auch für die Ausbaugegner.
Mit seiner Informationsarbeit zum Donauausbau ist der DWSV seit Jahrzehnten bemüht, zur Versachlichung der kontroversen Diskussion beizutragen. Fakten und nachvollziehbare Informationen sind unter www.schiffahrtsverein.de unter der Rubrik Donauausbau Straubing-Vilshofen abrufbar. |