Ludwig-Donau-Main-KanalErst im Jahr 1825 wurde der Plan von König Ludwig I., König von Bayern, wieder aufgegriffen. In nur 10 Jahren Bauzeit (1836–1845) entstand der Ludwig-Donau-Main-Kanal zwischen Bamberg und Kelheim.
Mit 177 km Länge und 101 Schleusen bestand dieser Kanal bis in die Mitte des letzten Jahrhunderts. Eine nachhaltige wirtschaftliche Bedeutung erlangte der Ludwig-Donau-Main-Kanal jedoch nicht.
Zu verschieden war der Charakter der beiden zu verbindenden Flüsse:
So war der natürliche, freifließende Main auf nahezu seiner ganzen schiffbaren Strecke unzulänglich mit jahreszeitlich stark schwankender Wasserführung – wenn auch mengenmäßig in weitaus geringerem Maße wie die der Donau – und sehr geringer Wasserführung in langen und heißen Sommerperioden.
Anders lagen die Verhältnisse an der Donau. Diese ändert ihren Charakter mehrfach von dem eines Gebirgsflusses zu dem eines Flachlandstromes mit einer im Vergleich zum Main sehr stark schwankenden natürlichen Wasserführung.
Durch den seinerzeit fehlenden schifffahrtsgerechten Ausbau des Main konnte sich ein durchgehender Verkehr nicht entwickeln. Hinzu kam der Siegeszug der Eisenbahn.
„Dennoch ist dieser künstlichen Wasserstraße unter dem Eindruck ihres langfristigen Misserfolgs und der – durchaus berechtigten – Hochschätzung des neuen Eisenbahnwesens im historischen Rückblick oft Unrecht geschehen. Doch dieser frühe, genau 100 Jahre von 1845–1945 betriebene künstliche Wasserweg entfaltete einige sehr bedeutsame Wirkungen. Er war in Bayern das erste überregionale Verkehrsprojekt, welches während des Baus nicht nur Tausenden von Menschen Arbeit gab, sondern diese auch in den verschiedenen Bautechniken ausbildete und schulte. Diese Fähigkeiten konnten nach Fertigstellung des Kanals nahtlos auf den Bau der großen Fernbahnlinien in Bayern übertragen werden. Außerdem installierte sich über den Kanal eine jahrzehntelange durchaus beachtliche Schifffahrtsverbindung zwischen Donau und Main, die allerdings gegen Ende der 50er Jahre des vorvorigen Jahrhunderts mit knapp 200.000 Gütertonnen pro Jahr bereits ihren Höhepunkt erreicht hatte.
Von da an ging es mit den Transporten abwärts. Man erkannte schnell die Ursachen. Sie lagen darin, dass die Fahrzeuge, welche den Kanal passieren konnten, zunächst zwar mit rund 120 t maximaler Tragfähigkeit auch für die durchschnittlichen Schiffsgrößen auf Main und Donau ausreichend schienen, jedoch – für den Kanal konzipiert – für die damals völlig anderen nautischen Verhältnisse auf Donau und Main ungeeignet waren. Die hierdurch entstandenen Barrieren des Wechselverkehrs waren es, die entscheidend zum Misserfolg dieser ersten künstlichen Wasserstraße zwischen Main und Donau beitrugen.“
Der Ludwig-Donau-Main-Kanal ging 1949 als Landesgewässer in das Eigentum des Freistaates Bayern über. Teile dieses Kanals, der sich als Erholungsraum großer Beliebtheit erfreut, sind noch heute zu besichtigen.
Quelle: Dr. Wilhelm Doni, Entwicklung der Schiffstechnik im Rhein/Main- und Donaugebiet während der vergangenen 100 Jahre; Festschrift 100 Jahre Deutscher Kanal- und Schiffahrtsverein Rhein-Main-Donau e.V. Nürnberg, S. 112,113
Weitere Informationen und Impressionen zum Ludwig-Donau-Main-Kanal finden Sie auch unter: www.hansgruener.de