Die Rhein-Main-Donau-WasserstraßeStreckenabschnitteDie Rhein-Main-Donau-Großschifffahrtsstraße reicht von der
Rheinmündung in die Nordsee bis zur Donaumündung in das
Schwarze Meer.
Diese 3.500 km lange europäische Großschifffahrtsstraße
gliedert sich in vier Wasserstraßenabschnitte:
- Die 539 km lange Rheinstrecke von Rotterdam bis zur
Einmündung des Main bei Mainz
- Die 384 km lange Mainstrecke von Mainz bis Bamberg
- Die 171 km lange Kanalstrecke von Bamberg bis Kelheim
- Die 2.411 km lange Donaustrecke von Kelheim bis zur Donaumündung in das Schwarze Meer
Die von der Rhein-Main-Donau AG München auszubauende 677 km
lange Konzessionsstrecke hat folgende Abschnitte:
- Die 297 km lange Mainstrecke von Aschaffenburg bis Bamberg
- Der 171 km lange Main-Donau-Kanal
- Die 209 km lange Donaustrecke von Kelheim bis Passau
Beim Ausbau des Main wurde Bamberg 1962 erreicht. Der Main-Donau-Kanal wurde 1992 fertiggestellt und am 25.09.1992 seiner Bestimmung übergeben. Von der deutschen Donau ist lediglich die 69 km lange Reststrecke zwischen Straubing und Vilshofen noch nicht ausgebaut.
Vertragsgrundlagen Main-Donau-Wasserstraße 1921 – 1976
- Main-Donau-Staatsvertragzwischen dem Deutschen Reich und Bayern vom 13.06.1921
- Zusatzvertrag mit Baden vom 13.06.1921
- Konzessionsvertrag mit der Rhein-Main-Donau AG vom 30.12.1921 betreffend Bau und Übergabe der Wasserstraße und Nutzung der Wasserkraft
- Bauvertrag vom 28.12.1922. Die Rhein-Main-Donau AG erhält weitgehendes Planungsrecht und Bauherrnstatus
- Ergänzungsvertrag vom 17.08.1925
- Rhein-Main-Donau-Gesetz vom 11.05.1938. Das Deutsche Reich
übernimmt den Weiterbau in eigener Regie.
- Durchführungsverordnung vom 26.07.1938 werden die Vorverträge aufgehoben
- Zwischenvertrag der Verwaltung des Vereinigten Wirtschaftsgebietes und Freistaat Bayern vom 09.09.1949. Die Rhein-Main-Donau AG tritt wieder in ihre vorherigen Rechte ein.
- Finanzierungsvertrag vom 28.02.1966
- Neuer Ausbauvertrag („Duisburger Vertrag“) vom 16.09.1966
- Donaukanalisierungsvertrag vom 11.08.1976 betreffend Ausbau der deutschen Donau durch die Rhein-Main-Donau AG
- Bereinigungsvertrag vom 11.08.1976, regelt noch offen gebliebene Konzessionsverpflichtungen; weitgehendes Planungsrecht und Bauherrnstat
AusbaustandardNach Beschlüssen der europäischen Verkehrsministerkonferenz gehört die Verbindung Rhein-Main-Donau zu den fünf wichtigsten Wasserstraßenprojekten von europaweiter Bedeutung. Sie soll deshalb
mindestens einem Ausbaustandard der Klasse IV entsprechen, bei dem ein Einzelfahrer mit einer Länge von 110 m, einer Breite von 11,4 m und einer Abladetiefe von 2,50 m und der daraus resultierenden Tragfähigkeit von 1.800 t verkehren kann sowie leistungsfähige Schubverbände mit zwei Leichtern und einer Tragfähigkeit von 3.300 t.
Die nachfolgende Aufstellung zeigt den erreichten und angestrebten Stand der Fahrrinnen- und Schleusennutzmaße der
Main-Donau-Wasserstraße:
|
Ausbaustand |
Main |
MDK |
Donau |
| Fahrrinnentiefe |
Ist Soll |
2,50 – 2,90 m 2,90 m |
3,50 – 4,00 m 3,50 – 4,00 m |
1,55 – 2,20 m 2,80 – 3,00 m |
| Fahrrinnenbreite |
Ist Soll |
36 m 40 m |
40 m 40 m |
40 – 70 m 50 – 100 m |
| Schleusenlänge |
Ist Soll |
300 m 300 m |
190 m 190 m |
230 m 230 m |
| Schleusenbreite |
Ist Soll |
12 m 12 m |
12 m 12 m |
24 m 24 m |
Unter dem ständigen Zwang zur Kostensenkung ist die Realität inzwischen über diese Abmessungen hinausgegangen und zwingt zum Einsatz möglichst großer Schiffe. Dies bedeutet für die Main-Donau-Wasserstraße
in der Praxis einzelfahrende Fahrzeuge bis 2.800 t Tragfähigkeit mit Abmessungen von 110 m Länge und 11,4 m Breite bei einer Tauchtiefe bis zu 2,80 m.
InvestitionsvolumenDie Gesamtkosten, welche von der Rhein-Main-Donau AG für den Ausbau der Wasserstraße Aschaffenburg – Passau zu tragen sind, betragen ca. 6,0 Mrd. DM. Dieser Betrag enthält jedoch nicht die Investitionen für den
Kraftwerksbau.
Um die Gesamtkosten des Ausbaus der Main-Donau-Wasserstraße Aschaffenburg – Passau zu erfassen, sind hierzu noch Ausgaben hinzu zu rechnen, welche die Rhein-Main-Donau AG im direkten Vertragsverhältnis mit der Bundesrepublik Deutschland in den Ausbau der Strecke Regensburg – Straubing mit 1,2 Mrd. DM investierte – zusammen somit 7,2 Mrd. DM. Die für die Strecke Straubing – Vilshofen voraussichtlich noch anfallenden Kosten können derzeit noch nicht beziffert werden, da die politische Entscheidung zum Ausbau dieser Reststrecke immer noch aussteht.
Der Investitionsaufwand für den eigentlichen Main-Donau-Kanal von Bamberg bis Kelheim beträgt rd. 4,7 Mrd. DM. Das sind bei einer Länge von 171 km 27,5 Mio. DM pro km.
Zum Vergleich hierzu ist interessant, dass ein Kilometer Autobahnstrecke je nach topographischen Verhältnissen 10 – 20 Mio. DM pro km und die Neubaustrecke der Deutschen Bahn zwischen Würzburg und Hannover ca. 36 Mio. DM pro km gekostet haben.
Berücksichtigt man die Multifunktionalität der Wasserstraße – im Gegensatz zu Bahn und Autobahn dient sie nicht nur der Beförderung von Personen und Gütern, sondern auch der Erholung für die Menschen und als
Lebensraum für Flora und Fauna – so erscheinen die Investitionskosten für die Wasserstraße in einer noch günstigeren Relation.
Weitere Informationen zur Multifunktionalität der Wasserstraße finden Sie
hier.